Hintergrund
 

INDUCCI - Kultur- und Kreativwirtschaft in traditionellen Industrieregionen als Treiber für den Wandel in Wirtschaft und Gesellschaft (Interreg Central Europe Projekt 2019-2021)

Digitalisierung, Kreislaufwirtschaft, erneuerbare Energien, künstliche Intelligenz: Die heutige Industrie steht vor einem nächsten Entwicklungssprung. In naher Zukunft wird Industrie anders funktionieren und aussehen – mit grundlegenden Auswirkungen nicht nur auf die Produktionsweisen, sondern auch auf das Arbeits- und Sozialumfeld.
Damit traditionelle Industrieregionen in diesem Transformationsprozess bestehen können, bedarf es zweierlei: wirtschaftlicher Innovation und gesellschaftlicher Entwicklung. Kultur- und Kreativwirtschaft – bekannt für ihre alternativen Arbeitsstrukturen und ihr Querdenkertum – kann auf beiden Ebenen dieses Übergangs als zentrale Triebkraft wirken.

Bisher auf technologische Innovationen fokussiert, beginnen traditionelle Industrieregionen gerade erst, das Potenzial der Kultur- und Kreativwirtschaft für sich zu entdecken. Gleichzeitig finden sich hier bestimmte Standortqualitäten, die interessant sind für Kultur- und Kreativschaffende: Es gibt Geschäftspartner (produzierende Unternehmen), Platz (altindustriellen Leerstand), Menschen (persönliche Netzwerke).

InduCCI greift dieses Thema für Mitteleuropa auf, möchte Kultur- und Kreativwirtschaft in traditionellen Industrieregionen ansiedeln und fördern. Regionen aus Deutschland, Polen, Österreich, Belgien, Tschechien, Italien und Slowenien haben sich zu diesem Zweck mit uns als Leadpartner zusammengeschlossen.

InduCCI wirkt als Inkubator: Die Partner entwickeln zum einen Vorschläge zu günstigen strategischen Rahmenbedingungen - sowohl in ihren Regionen, als auch gemeinsam für Mitteleuropa. Zum anderen testen sie konkrete Pilotmaßnahmen vor Ort, beispielsweise zur Vernetzung von Kultur- und Kreativwirtschaft mit traditionellen Industriebranchen oder zum sozialen Wandel von Industriegesellschaften. Jede Region entwickelt ihre eigenen Vorhaben und nutzt dabei die Partnerschaft als Spiegel.

Bis zum Dezember 2021, wenn InduCCI endet, soll bei den Schlüsselakteuren ein Bewusstsein dafür entstanden sein, dass Kultur- und Kreativwirtschaft besondere Innovationsangebote für Industrieregionen bereithält und Industrieregionen auf eigene Weise attraktive Orte für Kultur- und Kreativschaffende sind.

Dieses Zusammenspiel von kultureller Kreativität und Industrie(gesellschaft) bietet die große Chance eines neuen Pioniergeistes – anknüpfend an ein Erbe und eine Eigenart, für die mitteleuropäische Industrieregionen schon einmal berühmt waren.

Die CWE als Leadpartner führt die Partnerschaft im Projekt. Gleichzeitig setzt sie eigene Maßnahmen vor Ort in Chemnitz und Region um, darunter:

  • Etablierung einer regionalen Fokusgruppe „Kultur- und Kreativwirtschaft (KKW) in der Industrieregion Chemnitz“ einschließlich Entwicklung eines Strategiepapiers
  • Entwicklung und Umsetzung eines KKW-Trainings für Verwaltungen
  • Umsetzung einer Pilotmaßnahme zur Stärkung der KKW im Raum Chemnitz
  • Umsetzung einer Pilotmaßnahme zur Verknüpfung von KKW und traditioneller Industrie
  • Umsetzung einer Pilotmaßnahme zur gesellschaftlichen Vermittlung aktueller industrieller Transformationsprozesse durch KKW
  • Umsetzung einer Pilotmaßnahme zur Erhöhung des Pioniergeistes in der hiesigen Industriegesellschaft durch KKW

Gemeinsam mit den Partnern werden folgende transnationale Ergebnisse erzeugt:

  • Sammlung guter Beispiele zur Etablierung von KKW in Industrieregionen sowie zu KKW als Impulsgeber für die Industrie
  • Sammlung guter Beispiele zu KKW als Mittler im industriellen Transformationsprozess sowie als sozialer Innovator
  • europäische strategische Empfehlungen zu KKW in Industrieregionen
  • gemeinsamer Werkzeugkasten zu KKW in Industrieregionen

Fakten zum Projekt:

  • Laufzeit: April 2019 – Dezember 2021
  • Projektbudget: ca. 2 Mio Euro, davon CWE ca. 0,6 Mio €

Partnerschaft: