Hintergrund
 

Deutscher Stadtmarketingtag beginnt in Chemnitz

Der Kongress widmet sich vom 17. bis 19. März 2019 dem Thema „Heimat“ und erwartet über 200 Teilnehmer aus dem gesamten Bundesgebiet.

Der Deutsche Stadtmarketingtag ist vom 17. bis 19. März 2019 erstmalig zu Gast in Chemnitz. Veranstalter ist die Bundesvereinigung City- und Stadtmarketing Deutschland e.V. in Kooperation mit der Chemnitzer  Wirtschaftsförderungsund Entwicklungsgesellschaft mbH (CWE). Die  Netzwerktagung steht in diesem Jahr unter dem Titel „Sehnsucht nach hier. Stadtmarketing zwischen Regionalität und Diversität“. Zum Auftakt entdecken rund 100 Stadtmarketingexperten aus dem gesamten Bundesgebiet während eines Stadtrundganges die Potenziale der sächsischen Großstadt. Anschließend
erleben die Experten im Schauspielhaus ausgewählte Chemnitzer  Mikroprojekte. Die Realisierung solcher Mikroprojekte ist eine Besonderheit der Chemnitzer Bewerbung zum Titel „Europäische Kulturhauptstadt 2025“.

„Für Chemnitz ist es ein besonders wichtiges Signal, dass wir Stadtmarketing-Experten aus der gesamten Bundesrepublik zu ihrer Branchentagung in der Stadt begrüßen können“, so Sören Uhle, Geschäftsführer der CWE zu Auftakt der Veranstaltung. „Für die Experten ist es von großem Interesse, wie man in Chemnitz aktuell mit Marketingthemen und der Bewerbung zur Kulturhauptstadt 2025 umgeht.“ In den kommenden Tagen beschäftigen sich die Teilnehmer mit dem Begriff Heimat, der besonders für die Stadt Chemnitz vor dem Hintergrund ihrer Brüche und der daraus resultierende Frage nach Identität höchst relevant ist. Im Rahmen der Tagung werden Referenten aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereichen sprechen. So wird sich der
Schriftsteller Christian Schüle mit Geschichte und Gegenwart dieses typisch deutschen Wortes auseinandersetzen und Heimat als Geborgenheitsraum diskutieren. Dr. Tagrid Yousef, Integrationsbeauftragte der Stadt Krefeld, zeigt auf, wie Diversität den Identitätsbildungsprozess in einer Stadt bereichern kann und Prof. Dr. Markus Tauschek von der Universität Freiburg erläutert, wie Bräuche und Traditionen Orte und ihre Identität prägen. Von der Game-Design-Professorin Dr. Linda Breitlauch erfahren die Teilnehmer, wie digitale Heimaten im Netz hergestellt werden und eine neue räumliche Erfahrung ermöglichen. Am zweiten Tag geht es zudem in die Praxis mit identitätsstiftenden Projekten
aus Elmshorn, Offenbach, dem Wendland und Mannheim, die veranschaulichen, wie Zusammenhalt und Heimat gelebt werden können. Sören Uhle wird in seinem Vortrag „Stadtmarketing zwischen Umbruch, Abbruch und Aufbruch“ auf die Frage der Identität für Chemnitz als zentralen Bestandteil für die Bewerbung zur Kulturhauptstadt Europas 2025 eingehen. Zudem wird er über die Ereignisse im vergangenen August und September, beginnend mit dem Stadtfest, über die Demos bis hin zum #wirsindmehr-Konzert berichten.
Dabei wird unter den Teilnehmern sicher auch die Frage diskutiert, wie Städte antidemokratische Strömungen aushalten und ihnen entgegenwirken können.