Stadt stellt nächste Stufe der Brühl-Planungen

vom 31.01.2012

Am 24. Januar lud die Stadt Chemnitz zur 2. Bürgerplattform Brühl ein. Das Planungsbüro Speer & Partner präsentierte im Alten Heizhaus der TU Chemnitz sein fortgeschriebenes Entwicklungskonzept zum zentrumsnahen Brühl. Etwa 200 Besucher zeigten, dass auch seitens der Bürgerschaft reges Interesse an der Wiederbelebung des Stadtquartiers besteht.
Das von der Stadt Chemnitz beauftragte Büro Albert Speer & Partner präsentierte an diesem Abend die städtebaulichen Zielvorstellungen einer zukünftigen Gestaltung, die nun als Grundlage für die weiteren Entwicklungen am Brühl dienen sollen. Darin enthalten sind zwei zentrale Komponenten: eine Strategie zur Gestaltung der einzelnen Karrees am Brühl sowie die Umgestaltung des zentralen Brühl-Boulevards als Achse und Quartierszentrum. Mit viel Vorsicht legten die Architekten Änderungen an, die eher als Fortschreibung des Brühl denn als Umgestaltung zu verstehen sind – vor allem durch Sanierungen und vereinzelten gezielten Neubau, um Karees wieder zu schließen (wo heute Plattenbauhochhäuser stehen) oder kleinteiliger zu gestalten. Auch Vorgärten und vor allem fließender und stehender Verkehr waren
ein Thema. Der Brühl, so die Architekten, müsse als lebendiges Viertel auch wieder gemäßigten Autoverkehr aufnehmen. Zudem kam die ehemalige Karl-Liebknecht-Schule, ihre temporäre Nutzung als Kreativraum und ein späterer Umbau zum Teil der TU zur Sprache. Begrünungen, Spielplätze, Aufenthalts- und Treffpunkte runden das Angebot ab.
Dabei planen die Architekten die Zukunft des Quartiers als dichten Wohnraum. Pläne zum Rückbau sehen sie zum Scheitern verdammt, wie Planer Michael Heller erklärt: „Wir waren uns in den vergangenen Gesprächen einig, dass das Quartier eine kritische Dichte haben muss, damit dort Leben entsteht.“ Das sei nicht nur lohnenswert, sondern am Standort auch sinnvoll. „Sie haben dort Straßenbahnen vom feinsten, die Straßenräume werden neu gestaltet“, so Heller: „Jetzt gilt es einfach, diese hervorragenden Infrastrukturen mit Leben zu füllen. Wir wissen nicht, wie sich die Mobilität in den nächsten Jahren entwickelt. Vielleicht ist dieser Standort bedeutsamer, als wir alle denken, weil er ganz nah an hervorragender Infrastruktur ist.“
Mit Dr. Urs Luczak stellte sich am Abend zudem der neue Projektkoordinator im Bürgermeisteramt, der „Brühlmanager“, vor. Seine Aufgabe besteht in Zukunft vor allem in der Bündelung der Ressourcen und der Einbindung der zahlreichen Partner und Ansätze – von potenziellen Investoren, über Eigentümer, Anwohner, Gewerbetreibende bis zu am Brühl Interessierten. „Mit den nun konkretisierten städtebaulichen Zielvorstellungen ist eine bedeutende Grundlage, ein Masterplan, zur weiteren Entwicklung des Brühls gesetzt“, so Luczak. Die komplette städtebauliche Studie ist auf der Homepage der Stadt Chemnitz einzusehen.
Die CWE hatte erste Entwicklungsstudien zur Belebung des Brühl bereits auf der Expo Real 2011 in München vorgestellt, damals gemeinsam mit dem Finanzminister des Freistaates Sachsen, Prof. Dr. Georg Unland. Die Entscheidung des Freistaats, die Alte Aktienspinnerei am Brühl zur Zentralen Universitätsbibliothek umzubauen, gab den Startschuss für die Überlegungen zur weiteren Entwicklung des zentrumsnahen Stadtteils.  



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