175 Jahre im Maschinenbau – Niles-Simmons feiert runden Geburtstag

vom 30.12.2008

Am 12. Dezember 2008 feierte Niles-Simmons 175-jähriges Bestehen und gleichzeitig die Einweihung einer neuen Montagehalle. Unter den 250 Gästen aus Politik und Wirtschaft waren Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich, Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig und die Generalkonsulin der USA Katherine Brucker. Im Jahr 1833 wurde das traditionsreiche Unternehmen als Niles-Works in Cincinatti Ohio gegründet; 1898 gründete Niles USA dann die Niles-Werke in Berlin. 1930 wurde die Firma Escher übernommen und Niles ist seitdem in Chemnitz vertreten. Die Niles-Simmons Industrieanlagen GmbH ist Teil der weltweit agierenden Niles-Simmons-Hegenscheidt Gruppe mit Sitz in Chemnitz. Mit seinen 175 Jahren ist Niles ein Bestandteil der Firma Simmons Machine Tool Corporation in Albany, New York und damit das älteste noch existierende amerikanische Werkzeugunternehmen der Welt. Niles-Simmons stellt Werkzeugmaschinen her. Neben Dreh-, Fräs- und Bearbeitungszentren werden Sondermaschinen und Turnkey-Projekte für komplette Fertigungslinien entwickelt und vertrieben. Kunden kommen unter anderem aus den Bereichen Eisenbahn, Automobil und Luftfahrt. Anlässlich der Festveranstaltung sprachen wir mit Professor Hans J. Naumann, Geschäftsführender Gesellschafter der Niles-Simmons-Hegenscheidt Gruppe.

 

Sehr geehrter Professor Naumann, zuerst einmal herzliche Gratulation zum Firmenjubiläum. 175 Jahre Firmengeschichte sind eine beachtlich lange Zeit. Worin sehen Sie den dauerhaften Erfolg ihres Unternehmens begründet?

Naumann: Das Unternehmen Niles ist über die lange Zeit von 175 Jahren durch vielfältige positive und auch negative Geschehnisse gegangen. Letztlich ist aber der Grund für den dauerhaften Erfolg die Konzentration des Unternehmens auf den Spezialmaschinenbau für die Eisenbahnindustrie. Diese Industrie ist auch heute noch zukunftsträchtig aufgrund der Energie- und Umweltproblematik und wird weltweit ausgebaut. Denn das Stahlrad auf der Stahlschiene benötigt im Vergleich die geringste Energie im Personen- und Frachtverkehr.

 

Seit der Übernahme des Drehmaschinenherstellers Escher im Jahr 1930 ist Ihr Unternehmen auch in Chemnitz vertreten, 1991 erfolgte die Neugründung nach der Wende. Was war und ist so besonders am Standort Chemnitz?

Naumann: Die Notwendigkeit eine Anbindung an den deutschen Werkzeugmaschinenbau herzustellen, hat sich in den USA ergeben. Die Ursache lag in der reduzierten Entwicklungsmöglichkeit des Produkts in den USA, da die Ausbildung konstruktiver Fachkräfte nicht gegeben war. Chemnitz bot jedoch als Zentrum des ostdeutschen Maschinenbaus besonders positive Voraussetzungen, die sich auch bestätigt haben, insbesondere durch die erstklassigen Techniker und die technisch-wissenschaftlichen Institute, wie das Fraunhofer-Institut, das IWU und die TU Chemnitz.

 

Einige Ihrer Kunden kommen aus der Automobilbranche, entweder als Hersteller oder als Zulieferer. Welche Erwartungen haben Sie für 2009?

Naumann: Der Umsatz durch die Automobilbranche als Abnehmer hat sich schon in den vergangenen Jahren reduziert. Auch im Geschäftsjahr 2008 ist der Umsatz für Maschinen für die Automobilindustrie bei Niles auf 12 Prozent zurückgegangen. Für die zukünftigen Jahre rechnen wir zunächst mit keinem Umsatz in der Automobilindustrie.

 

Das Verarbeitende Gewerbe hat sich in den letzten Jahren in Chemnitz sehr positiv entwickelt, welche Pläne haben Sie für die Zukunft am Standort Chemnitz?

Naumann: Niles hat gerade Investitionen von 7,5 Millionen Euro für das Chemnitzer Werk abgeschlossen. Diese bestehen aus Erweiterungen der Montagefläche plus einer Schwermaschinenmontagehalle mit einem 80 Tonnen Montagekran, weiterhin einem Empfangsgebäude und einer Erweiterung der Sozialräume für Mitarbeiter. Als Konsequenz daraus hat Niles bereits 35 Arbeitsplätze neu besetzt. Da unser Auftragsbestand bis 2010 reicht, hoffen wir ohne merklichen Einbruch über die Wirtschaftskrise hinwegzukommen.

 

Im letzten Jahr wurde viel über einen drohenden Fachkräftemangel diskutiert, gerade haben Sie für die neue Montagehalle Personal eingestellt. Wie schätzen Sie die Situation für Ihr Unternehmen ein?

Naumann: Durch die intensive Ausbildung von Azubis und die Unterstützung von Studenten mit Praktikantenstellen hat Niles bisher keine unüberwindlichen Personalprobleme erfahren. Wir hoffen, dass diese Niles-Personalpolitik sich auch für die Zukunft als korrekt bestätigen wird.

 

Welche Aufgaben sehen Sie für die Chemnitzer Wirtschaftsförderung?

Naumann: Die Chemnitzer Wirtschaftsförderung muss weiterhin versuchen Industrieansiedlungen zu fördern, zum Beispiel durch die Bildung neuer moderner Industrieparks und durch die Ausweitung von Geschäftsaktivitäten auf verschiedenen Sektoren; denn die Gewerbesteuer und das Lohnaufkommen der Unternehmen sind für die Kommune maßgeblich für die Zukunft.

 

Herzlichen Dank für das Gespräch.

 

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