2008 – Rückblick auf ein erfolgreiches Jahr

vom 30.12.2008

Zum Jahresende 2008 überboten sich Medien, Prognostiker und Forschungsinstitute mit Negativszenarien und Rezensionsvorhersagen. Dabei betsteht allerdings die Gefahr, die Situation künstlich schlecht zu machen und den Abschwung im Sinne einer sich selbst erfüllenden Prophezeiung noch zu verstärken. Der Chef des DIW Klaus Zimmermann forderte dann Mitte Dezember als Konsequenz der Negativberichterstattung den freiwilligen Verzicht auf weitere Prognosen. Wir wollen an dieser Stelle statt in die Zukunft noch einmal in die Vergangenheit blicken und das für Chemnitz sehr erfolgreiche Jahr 2008 kurz Revue passieren lassen.

Dem Verarbeitenden Gewerbe der Stadt gelang es bis zum Ende des dritten Quartals erneut, die Vorjahresumsätze im zweistelligen Bereich zu übertreffen – ein Wachstum von 12,0 Prozent unterstrich die enorme wirtschaftliche Dynamik der Stadt. Spitzenreiter bei dieser Entwicklung waren die Hersteller von Büromaschinen, die Datenverarbeitung und die Elektrotechnik mit einem Plus von 30,4 Prozent. Dies schlug auch in einer Steigerung der Beschäftigung zu Buche; die Anzahl der Arbeitnehmer in diesem Bereich stieg um fast 20 Prozent. Der Fahrzeugbau wuchs um 14,8 Prozent. Insgesamt war ein Beschäftigungsaufbau von 7,2 Prozent im Verarbeitenden Gewerbe zu verzeichnen. Die Arbeitslosenquote fiel auf 11,8 Prozent, den niedrigsten Novemberwert seit 15 Jahren. Die lokale Wirtschaft generierte also nicht nur Wachstum, sondern auch Beschäftigung. 

Der anhaltende Aufwärtstrend der Wirtschaftsentwicklung fand auch in den einschlägigen Rankings und Vergleichen seinen Ausdruck. Die Wirtschaftswoche kürte Chemnitz zum „Aufsteiger des Jahres 2008“. Im jährlichen Ranking verbesserte sich Chemnitz um 14 Plätze und nahm eine Position im gesamtdeutschen Mittelfeld ein. In die Top Ten schaffte es unsere Stadt beim Vergleich des Wirtschaftswachstums. Zum fünften Mal in Folge gehörte der Standort zu den zehn wachstumsstärksten in Deutschland. Bei der Wirtschaftsfreundlichkeit belegte Chemnitz einen hervorragenden dritten Platz. Auch dies kein einmaliges Ereignis: Bereits seit drei Jahren ist ein Platz unter den Top Ten zu vermelden.

Die Chemnitzer Wirtschaftsförderung versteht diese Wertung als Anerkennung und Auftrag ihre Arbeit noch weiter zu steigern und optimale Rahmenbedingung für Gründung, Ansiedlung und Erweiterung zu schaffen. Im Jahr 2008 wurden 100 Gewerbeflächenanfragen von der CWE bearbeitet. Diese verteilten sich zu 52 Prozent auf kommunale und 48 Prozent auf private Flächenangebote. Bei fünf Flächen wurde mit Baumaßnahmen begonnen, sechs Unternehmen nahmen ihren Betrieb auf. Die Beratungsangebote der CWE wurden ebenfalls gut genutzt. Insgesamt nahmen diese 105 Kunden in Anspruch. Sie verteilten sich auf 61 geplante Existenzgründungen mit 90 Arbeitsplätzen und einem Investitionsvolumen von fast 2,3 Millionen Euro. Weiterhin betreute die CWE 41 Unternehmensexpansionen bzw. -sicherungen. Dabei wurden 237 neue Stellen geschaffen und 1438 Arbeitsplätze gesichert. Die Investitionssumme belief sich auf 68,4 Millionen Euro.

Auch 2008 fanden wieder sechs Industriestammtische statt, um Unternehmen vorzustellen, Informationen auszutauschen und Kontakte zu pflegen. Beim letzten Treffen des Jahres war die Stadt Chemnitz Gastgeber. Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig stellte nahezu 150 Vertretern der Wirtschaft im Stadtverordnetensaal das „Wirtschaftspolitische Entwicklungskonzept für das Jahr 2020“ vor. Es vereint eine Bestandsaufnahme der wirtschaftlichen Gegebenheiten in Chemnitz mit Handlungsfeldern, Zielen und Maßnahmen für die Entwicklung bis 2020. Dieses Konzept wurde bereits an Vertreter von Politik, Wirtschaft und Wissenschaft versendet. Es steht auch zum Download auf der Website der CWE und soll nach der öffentlichen Diskussion noch entsprechend aktualisiert werden.

Ein weiterer Schwerpunkt der Tätigkeit der CWE war die Beteiligung an Messen und Tagungen, um den Standort Chemnitz zu vertreten und noch weiter bekannt zu machen. Ein Kernanliegen der Messearbeit des Jahres 2008 war die intensive Vermarktung des Smart Systems Campus auf nationalen und internationalen Ausstellungen. Dieses Anliegen führte bis in den Fernen Osten, zur Tagung Smart Systems Integration in Barcelona. Aber auch auf deutschen und sächsischen Messen wie der intec, der SIT, der mtex, dem Silicon Saxony Tag oder der ExpoReal wurde Werbung für den Standort Chemnitz und den Schwerpunkt Mikrosystemtechnik gemacht.

Mit der Eröffnung des neuen Physikgebäudes und der Grundsteinlegung für das Start-up-Gebäude begann 2008 der Smart Systems Campus Gestalt anzunehmen. Im Dezember waren die Erschließungsarbeiten beendet. Erste Vormietverträge für das Start-up-Gebäude unterzeichneten bereits die Nanotest und Design GmbH und die qipso GmbH. Seit August 2008 baut auch das erste Unternehmen, die 3D-Micromac ihren neuen Unternehmenssitz auf einer Gewerbefläche des Geländes. Eine besondere Auszeichnung erhielt der Smart Systems Campus als ausgezeichneter Ort des Tages im Wettbewerb „Deutschland – Land der Ideen“. Das Start-up-Gebäude soll Firmen der Mikrosystemtechnik auf 2.500 Quadratmetern optimale Startbedingungen bieten. Das Investitionsvolumen beträgt 14 Millionen Euro, 5,6 Millionen davon trägt die Stadt. Der Smart Systems Campus ist damit das größte Hochbauprojekt der Stadt.

Maßnahmen und Konzepte können noch so schlüssig und ausgefeilt sein, sie müssen dennoch von Menschen mit Leben gefüllt werden. Und so zog sich das Thema Fachkräftegewinnung wie ein roter Faden durch das vergangene Jahr. Mit verschiedensten Initiativen der Stadt, der Bildungsträger und der Unternehmen wurde diesem wichtigen Punkt Rechnung getragen. Das Internet Stellenportal „Chemnitz – zieht an“ stellt einen weiteren Schritt in diese Richtung dar. Unter Beteiligung von 18 Firmen und der CWE sollen Interessenten und Rückkehrwilligen ein attraktiver Stellenmarkt und vielfältige Informationen zur Lebensqualität in Chemnitz präsentiert werden. Zur Unterstützung dieser Initiative wurde ein umfangreiches Bündel an Marketingmaßnahmen eingesetzt.

2008 war auf lokaler Ebene gesehen also ein gutes Jahr für die Wirtschaft. Das Verarbeitende Gewerbe konnte Umsätze und Beschäftigung erneut steigern. Wichtige Investitionen wurden getätigt und Planungen auf den Weg gebracht. Wie sich die derzeitigen Probleme auf die Entwicklung im Jahr 2009 auswirken werden, ist noch nicht abzusehen. Es bleibt zu hoffen, dass die breit aufgestellte und gut vernetzte Chemnitzer Wirtschaft robust genug ist, der Krise zu trotzen.


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