Letzter Industriestammtisch 2009 im Zeichen wirtschaftlicher Chancen
Beim letzten Industriestammtisch in diesem Jahr trafen sich am 23. November unter dem Motto „Chemnitzer Wirtschaft – 20 Jahre nach der Wende“ 120 Unternehmer beim Maschinenbauer Starrag Heckert.
Ulrich Blum, Leiter des Instituts für Wirtschaftsforschung Halle, referierte über die Chancen neuer Technologiepfade als Potenziale für den Osten im Allgemeinen und für Chemnitz im Besonderen. Laut Blum ist die einzige Möglichkeit, den letzten Teil des Aufschwungs im Osten zu vollenden und endgültig das Niveau des Westens zu erreichen, die konsequente Nutzung von neuen Technologiepfaden. Das bedeutet, dass Forschungseinrichtungen künftig noch eine größere Bedeutung zukommt. Weiterhin empfiehlt er Unternehmen den Export zu intensivieren, da die Internationalisierung eine deutlich höhere Produktivität erbringt. Und die Menschen müssen stärker mit einbezogen werden: zum einen durch permanente Weiterbildung und zum anderen durch eine angemessene Entlohnung, denn Fachkräfte hole man sonst nicht aus dem Westen zurück.
Nach seiner Einschätzung gibt es nur zwei Regionen in Ostdeutschland, die sich in den letzten Jahren nachhaltig aufgestellt haben und dementsprechend über Wachstumspotenzial verfügen: Diese sind Chemnitz und Jena, so Blum. Chemnitz nehme hier die Funktion einer Bastion von hochqualifizierten Fachkräften ein und ist die am stärksten industrialisierte Region in Ostdeutschland.
CWE-Geschäftsführer Ulrich Geissler ging zu Beginn in einer kurzen Bilanz auf die letzten 20 Jahre Wirtschaftsentwicklung in Chemnitz ein. So konnte sich Chemnitz im Städteranking, das seit 2004 vom Institut für soziale Marktwirtschaft durchgeführt und von der Wirtschaftswoche jährlich veröffentlicht wird, um zehn Plätze verbessern. Die Stadt liegt jetzt auf Platz 35 und ihre eindeutigen Stärken sind die hochqualifizierten Beschäftigten und die hohe Investitionsquote. Besonders erfreulich ist auch, dass Chemnitz sich schon zum vierten Mal in Folge unter den zehn wirtschaftsfreundlichsten Städten platzierte. Das Problem mangelnder Dynamik gibt es in Chemnitz einzig und allein bei der Bevölkerungsentwicklung.
Seit der Wende sind in Chemnitz über 13 000 Unternehmen neu entstanden. Im Zeitraum von 1991 bis 2008 haben sich die vor Ort erzielten Umsätze verdreifacht, im gesamten Bundesgebiet verdoppelten sich diese im Vergleichszeitraum. Auch die Produktivität der Chemnitzer Wirtschaft steigerte sich beachtlich. Sie ist in dieser Zeit um das Elffache gestiegen, während Gesamtdeutschland sich mit einer 2,5-fachen Steigerungsrate begnügen musste. Aus wirtschaftlicher Sicht waren die Jahre von 2005 bis 2008 besonders erfolgreich.
Im Anschluss stellte der Geschäftsführer von Starrag Heckert Dr. Eberhard Schoppe die Geschichte des Unternehmens vor. Die Wurzeln des Unternehmens reichen bis ins Jahr 1885 zu Winkelhofer & Jaenicke zurück. Damals begann alles mit der Reparatur und dem Bau von Fahrrädern. Heute sind die Hauptgeschäftsfelder in Chemnitz die Produktion von Werkzeugmaschinen für die Automobilindustrie und der Präzisionsmaschinenbau. Bis 2008 entwickelte sich der Umsatz sehr dynamisch und hatte sich in drei Jahren fast verdoppelt. Aktuell kämpft das Unternehmen als Folge der Krise auch mit Auftragseinbrüchen.
Zum Abschluss trafen sich die Besucher beim Get together am Buffet und konnten sich beim Firmenrundrang einen Eindruck vom Leistungspotenzial von Starrag Heckert verschaffen.


