Zweiter Industriestammtisch der CWE im Wismuthaus
Am 16. März folgten circa 120 Vertreter der lokalen Wirtschaft der Einladung der CWE zum zweiten Industriestammtisch. Gastgeber waren die Wismut GmbH und die C&E Consulting und Engineering GmbH.
Zur Einführung präsentierte Ulrich Geissler, Geschäftsführer der CWE, die Zahlen der Wirtschaftsentwicklung 2008. Trotz Finanzkrise konnte die Wirtschaft in Chemnitz im letzten Jahr um 8,9 Prozent wachsen - ein Wert, der deutlich über dem von Sachsen (1,5 Prozent) und dem bundesdeutschen Schnitt (2,5 Prozent) lag. Dies habe auch Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt, die Arbeitslosenquote habe mit 14,2 Prozent so niedrig gelegen wie seit 1991 nicht mehr, so Ulrich Geissler. Die Auswirkungen der aktuellen Krise seien allerdings schon im letzten Quartal zu spüren gewesen. Insgesamt sei ein Rückgang des Auftragsvolumens um fast ein Drittel festzustellen. „Bei Fragen zu Liquidität, Kurzarbeit und anderen Problemen steht die CWE als Ansprechpartner und Berater bereit“, betonte Ulrich Geissler. Beim Thema Fachkräftegewinnung kann eine originelle Idee auch weiter überzeugen. Das Internetportal „Chemnitz zieht an“ werde fortgeführt. Mit einer Beteilung von derzeit 19 Unternehmen kann das innovative Portal weiter Werbung für Standort, Unternehmen und Fachkräfte für die Region aufmerksam machen.
Im Anschluss stellte Stefan Mann die Wismut GmbH und deren Tätigkeitsfeld vor. Nach der Stilllegung des Uranbergbaus hatte die Wismut GmbH die Aufgabe, 37 Quadratkilometer Betriebsfläche, 7 Bergwerke, 311 Millionen Kubikmeter Haldenmaterial und 160 Million Kubikmeter an radioaktiven Schlämmen zu sichern und zu sanieren. Zur Finanzierung dieser Mammutaufgabe stellte der Bund insgesamt 6,4 Milliarden Euro zur Verfügung, von denen bis heute 5,1 Milliarden ausgegeben wurden. Die Wismut GmbH wurde damit zu einem wichtigen Auftraggeber für die regionale Wirtschaft und zu einem großen Arbeitgeber. Circa 1700 Menschen sind für die Wismut tätig, 276 davon in Chemnitz. Mehr als 1500 Auszubildende durchliefen hier ihre Lehrzeit in insgesamt neun möglichen Berufsfeldern.
Eng verbunden mit der Wismut war und ist die C&E Consulting und Engineering GmbH, die von Tino Fritsche und Dr. Roland Hähne vorgestellt wurde. Als ehemaliger Teilbetrieb der Wismut wurde das Unternehmen 1990 ausgegliedert und 1994 privatisiert. Die Firma mit Hauptsitz in Chemnitz beschäftigt vor Ort und in ihren Niederlassungen ca. 150 Mitarbeiter und ist auch im Ausland tätig. So werden Projektbüros in Rumänien, Estland und Litauen unterhalten. Kerngeschäftsfelder sind das Umweltconsulting, die Umwelt-, Tiefbau- und Wasserbauplanung sowie die Hochbauplanung. Die Expertise des Unternehmens ist weltweit gefragt. Aufträge wurden unter anderem für die EU, die Weltbank oder GTZ durchgeführt. Auch in Chemnitz kann man Hochbauprojekte des Unternehmens sehen. Es war unter anderem am Bau des Tietz, am Krankenhausstandort Flemmingstraße, am Gunzenhauser Museum und weiteren Gebäuden beteiligt. Für ihr Engagement erhielt die Firma im Jahr 2008 den sächsischen Staatspreis für Baukultur.
Beim traditionellen abschließenden Buffet und Get-Together konnten die Gäste des Industriestammtischs die gewonnenen Eindrücke ausgiebig diskutieren.



