Barbara Ludwig beim fünften Industriestammtisch der CWE

Am 20. November trafen sich zum fünften und letzten Mal in diesem Jahr mehr als 100 Unternehmer und Manager zum Industriestammtisch der CWE; Gastgeber diesmal: die Härte- und Oberflächentechnik Chemnitz GmbH. Gastrednerin war die Oberbürgermeisterin der Stadt Chemnitz, Barbara Ludwig. Sie sprach zum ersten Mal öffentlich über zukünftige Ziele und Visionen und bereits Erreichtes in der Wirtschaftsentwicklung der Stadt. weiter

Einleitend betonte Barbara Ludwig, dass diese Veranstaltung den Beginn eines Gesprächs mit der Wirtschaft darstelle, welches sie über den gesamten Verlauf ihrer Amtszeit intensiv fortsetzen möchte. Chemnitz im Jahr 2006 sei wieder ein moderner Wirtschaftsstandort, so die Oberbürgermeisterin, und die Wirtschaft der Motor dieser traditionsreichen Industriestadt. Eine Entwicklung, die keineswegs selbstverständlich sei: Nach Jahren des Umbruchs habe Chemnitz einen bemerkenswerten Aufschwung genommen, der auch über die Grenzen der Stadt hinaus Aufmerksamkeit erregt habe. Der Dank hierfür gebühre den versammelten Vertretern der Wirtschaft und ihrem Vorgänger im Amt, Dr. Peter Seifert. Chemnitz sei eine ehrliche Stadt, der man einen Teil ihrer Geschichte ansehe - mit Brüchen, aber voller vitaler Lebenskraft.

Pluspunkte für den weiteren Weg seien die Lage, die gut ausgebildete und motivierte Bevölkerung und die Tatsache, dass Chemnitz die Stadt der Ingenieure und Techniker sei. Ihr eigener programmatischer Anspruch ließe sich mit dem Titel von Max Klingers Monumentalbild im Stadtverordnetensaal beschreiben: "Arbeit - Wohlstand - Schönheit". Ziel sei es, Chemnitz selbstbewusst, als wirtschaftlich starke Stadt mit hoher Lebensqualität weiter in den Wettbewerb innerhalb Europas und der Regionen zu führen. Dabei gelte es darauf zu achten, nicht über die eigenen Verhältnisse zu leben und dennoch in die Zukunft zu investieren. Ziel müsse es nun sein, den begonnenen Prozess bis zum Ende des Solidarpaktes Ost zu einem sich selbst tragenden Aufschwung zu machen.

Die Aufgabe der Wirtschaftsförderung sei es hierbei, den Fachkräftebedarf in der Stadt zu sichern und zu decken, Messen und Kontakte zu organisieren und weitere Gewerbeflächen anzubieten. Ferner sei es notwendig, hob die Oberbürgermeisterin hervor, die anwendungsorientierte Forschung und Entwicklung bis hin zur endgültigen Produktreife stetig zu befördern. Hierfür müsse die Verzahnung zwischen Stadt und Universität noch mehr vertieft werden: Der neu entstehende Technopark sei ein weiterer Baustein auf diesem Weg. Wirtschaftförderung heiße aber auch, Orientierung auf dem Weg durch den Förderdschungel zu geben: Die CWE berate jährlich mehr als 100 Unternehmen und Existenzgründer. Wirtschaftsförderung sei eine der wichtigsten Aufgaben des Stadtoberhauptes - und auch wenn der Chef jetzt eine Chefin sei, Wirtschafsförderung sei und bleibe Chefsache. Das bedeute für sie selbst, eine verlässliche Ansprechpartnerin für die lokale Wirtschaft zu sein sowie mit ihrer Erfahrung als Ministerin anwendungsorientierte Forschung in der Stadt auch zukünftig zu fördern und neue Unternehmen anzusiedeln. Und auch Stadtmarketing sei Wirtschaftsförderung - die Auszeichnung mit dem DIFA-Award zeige, dass man auf die Lebensqualität in Chemnitz stolz sein könne. Hieran gelte es anzuknüpfen und das Stadtmarketing noch zu verstärken.

Im Anschluss an die Rede von Barbara Ludwig stellte Wolfgang Wappler, Geschäftsführer der Härte- und Oberflächentechnik Chemnitz GmbH, den Anwesenden sein Unternehmen vor. In ihrer langen und wechselvollen Geschichte wurde aus der Betriebshärterei der Wandererwerke die Betriebshärterei der Industriewerke Karl Marx Stadt; nach der Wende befand sich der Betrieb bis 1992 unter dem Dach der Sachsenhydraulik um schließlich 1992/93 in der heutigen Form gegründet zu werden. Spezialität des Unternehmens sind Wärmebehandlung und Werkstoffprüfung. Vielfältigkeit und Flexibilität im Leistungsspektrum sowie eine ausgeprägte Kundenorientierung seien die wesentlichen Merkmale seines Unternehmens. Darüber hinaus sei die intensive Lehrlingsausbildung und damit die Sicherung des zukünftigen Fachkräftebedarfs ein unerlässliches Anliegen für ihn. Die Härte- und Oberflächentechnik Chemnitz GmbH beschäftigt derzeit 87 Mitarbeiter und plant auch in den nächsten Jahren Einstellungen und Investitionen.

Beim anschließenden Get-Together hatten die Vertreter der Wirtschaft ausgiebig Gelegenheit sich mit der neuen Oberbürgermeisterin auszutauschen.